Neuanfang nach den Ferien:
was wir von Kindern lernen können
Die Sommerferien sind bald vorbei, in Bayern beginnt das neue Schuljahr. Man sieht sie wieder überall: Kinder mit großen Ranzen, noch größeren Erwartungen und glänzenden Augen. Neue Hefte, frische Stifte, vielleicht sogar eine neue Schule. Alles schreit nach Aufbruch, nach Neuanfang.
Und wir Erwachsene? Wir haben auch unsere Übergänge; nur heißen sie anders: neuer Job, eine Trennung, eine Krankheit, ein Umzug, der Ruhestand. Manche bewusst gewählt, andere unfreiwillig. Aber im Kern geht es um dasselbe: ein Stück Vertrautes hinter uns lassen und Neues wagen.
Die Frage ist: Was können wir von Kindern lernen, wenn es um Mut, Neugier und Neuanfänge geht?
Übergänge im Leben – große und kleine
Für Kinder sind Übergänge klar markiert: ein neuer Klassenlehrer, neue Fächer, die erste Pause in ungewohntem Schulhof-Gewusel.
Bei Erwachsenen sind die Übergänge oft subtiler; oder viel größer, aber unsichtbarer. Eine Lebensmitte, die plötzlich Fragen stellt. Eine Beziehung, die endet. Eine Diagnose, die alles verschiebt. Ein Jobwechsel, der aufregend und anstrengend zugleich ist.
Ob klein oder groß: Übergänge gehören zum Leben. Und vielleicht ist es weniger die Situation selbst, die uns herausfordert, sondern die Haltung, mit der wir ihr begegnen.
Was Kinder uns vormachen
- Neugier statt Angst: Kinder probieren aus. Sie stolpern, lachen, probieren nochmal. Auch wenn Unsicherheit da ist, ist der Drang, Neues zu entdecken, größer.
- Rituale geben Halt: Die Schultüte, das erste Foto vor der Haustür, ein buntes Heft mit dem Namen auf dem Cover; all das sind kleine Symbole, die Sicherheit schenken.
- Gefühle zeigen: Kinder lachen, weinen, toben – manchmal alles innerhalb von zehn Minuten. Sie erlauben sich, Gefühle da sein zu lassen, statt sie wegzuschieben.
Was Erwachsene daraus lernen können
- Neugier kultivieren: Frag dich nicht nur: „Was, wenn es schiefgeht?“, sondern auch: „Was, wenn es gelingt?“
- Eigene Rituale schaffen: Schreibe einen Brief an das, was du hinter dir lässt. Male ein Bild, zünde eine Kerze an. Kleine Gesten helfen, Übergänge bewusst zu gestalten.
- Gefühle zulassen: Es ist okay, gleichzeitig unsicher und freudig zu sein; beides gehört zum Leben und macht uns lebendig
Praxis-Impulse für dich
Vielleicht magst du heute oder in den nächsten Tagen eines dieser kleinen Experimente ausprobieren:
- Schreibe dir drei Wünsche für die kommenden Monate auf und hänge sie sichtbar auf.
- Gestalte ein kleines Symbol (zeichnen, malen, kreieren), das du loslassen möchtest, und verabschiede dich bewusst davon.
- Finde ein persönliches Ritual, das dich stärkt: eine Kerze entzünden, einen Spaziergang machen, ein paar Zeilen ins Journal schreiben.
Einladung
Übergänge sind nicht nur Kindersache. Auch wir können lernen, mutig, neugierig und mit einem Hauch Leichtigkeit neue Wege zu gehen.
Wenn du dir Begleitung bei deinem persönlichen Neuanfang wünschst: In meinen Coachings mit kreativen Methoden bekommst du Raum, Übergänge bewusst zu gestalten.
Liebe Grüße, Edith